Titel:
Staubkorn (Das Erwachen)
Text:
[Intro]
Wo bin ich? Ein schwarzer Punkt auf einem endlosen, weißen Papier.
[Verse 1]
Ich bin das kleine o, winzig, fehlerhaft und schwach,
Ich wandere als Blinder durch die kalte Menschennacht.
Ein Staubkorn im Wind, eine Träne im Ozean,
Ich laufe durchs Labyrinth, ohne einen Masterplan.
Gefangen im Mikrokosmos, die Wände rücken näher,
Mein eigener Verstand ist mein brutalster Späher.
Ich suche den Sinn in den Rissen der grauen Wand,
Doch alles, was ich halte, zerrinnt mir wie trockner Sand.
Ich frage nach dem Warum, doch das Echo bleibt stumm,
Ich baue mir Idole, doch die stürzen wieder um.
[Pre-Chorus]
Ist da draußen noch mehr als dieser stumme Schmerz?
Ein Rhythmus im All, synchron mit meinem rasenden Herz?
[Chorus]
Ich bin nur ein o, ein flüchtiger, brennender Moment!
Ein Funke im Dunkeln, der viel zu schnell verbrennt.
Orientierungslos, lass die Philosophie los,
Wer nimmt mir die blanke Angst vor dem Makrokosmos?
Ich drehe mich im Kreis, suche die ordnende Hand,
Bin ich der Schöpfer oder nur ein Fehler an der Wand?
[Verse 2]
Zweifel im Kopf, die stählernen Zeiger ticken lauter,
Jeder meiner Schritte wird bedrohlich und vertrauter.
Die Hand von O, ich habe ihren Namen mal gehört,
Doch meine kleine Sicht hat die Wahrheit nur verzerrt.
Doppelreime prasseln wie Regen auf mein Gewissen,
Ich bin zwischen Materie und der Ewigkeit zerrissen.
Die Eitelkeit treibt mich, das Ego baut Paläste auf,
Doch tief im Innern nehme ich den Untergang in Kauf.
[Bridge]
Soll ich ewig suchen? Soll ich ewig wandern?
Bin ich nur ein Spiegelbild von all den unzähligen Andern?
[Outro]
Hört mich jemand? Hört mich das große Ganze?